
Über die Belebung des Tierkarma
Es folgt ein kurzer Überblick über die Belebung des Karmas im Allgemeinen, unter besonderer Berücksichtigung des Tierkarmas.
Was hier als Karma bezeichnet wird, ist erstrangig unbewusstes Material, welches keiner Verdrängung unterworfen ist oder war. Die Bezeichnung „Verdrängung“ bezeichnet in der Psychoanalyse ehemals bewusste Inhalte, welche meist aufgrund persönlicher Schutzmechanismen verdrängt wurden. So finden wir diese Komplexe im weitesten Sinne im sog. persönlichen Unbewussten.
Das hier zu behandelnde Tierkarma ist Inhalt des kollektiven Unbewussten und insofern in jedem Menschen gleich zu finden – im Grunde in jeder lebendigen Seinsform.
Um ihn von dem Begriff der Archetypen abzugrenzen, führe ich hier den Begriff des Karma ein, welcher an sich einen Wirkzusammenhang auch über mehrere Generationen hinweg annimmt und außerdem einen sinnvollen Zusammenhang zwischen dem Handeln jetzt und ehemals impliziert.
Der sinnvolle Wirkzusammenhang beinhaltet hier eine Koinzidenz im Sinne einer Sychronizität – das heißt: es besteht ein Zusammenhang zwischen dem inneren subjektiven Erleben und einem äußeren Ereignis, welches als nicht kausal indiziert ist. Somit synchronisiert das Karma Abläufe, sobald es sich im Gefüge etabliert.
Was die Belebung angeht, so sind alle Dinge, welche analog dazu stattfinden, eben nur Analoges – nicht mehr und nicht weniger. Eine Assoziation ist nur eine Assoziation; ein Bild, welches im besten aller Fälle eine Nähe zum gewünschten Grad der Verwirklichung zeigt – es dokumentiert aber nicht die Verwirklichung selbst. Da das „Ich“ (Kontrolle) keine bewusste Kenntnis von dem Karma hat, bleibt es stets unbewusst und entwickelt so seine ganz eigene Dynamik. Um aber irgendeine Auseinandersetzung mit der Dynamik des Karmas führen zu können, führe ich die Begrifflichkeit der extro-, bzw. introvertierten Form ein, welche sich direkt auf belebtes oder aktiviertes, bzw. nicht aktives Karma bezieht.
Natürlich existiert das Karma - genau wie der Archetyp – unabhängig von dem Einzelnen und immer zu jeder Zeit. Niemand muss seine Existenz erfinden. Diese Matrix ist ausgefaltet und erstreckt sich durch das gesamte „kollektive“ Unbewusste. Das Unbewusste enthält als Idee (Potenz) eine wahrscheinlich unbegrenzte Zahl von Möglichkeiten, die wir mit einem assoziativen Muster bekleiden und als Bilder fixieren. So kommt ein belebtes/aktives Karma in seiner extrovertierten Form ins Bewusstsein und verebbt dort in dem Moment, in dem die Ich – Instanz Kontrolle übernimmt.
Das Karma in seiner introvertierten Form ist immer Potenz. Eingebettet in einen mythologischen Rahmen, in tradierte Formen, in einen Ritus gar – entfaltet es sich in seine extrovertierte Form – im besten Fall wird es hier tatsächlich aktiviert.
Somit ist Karma extrovertiert, wenn wir seinen mythologischen Rahmen wahrnehmen können – wenn wir irgendeine Idee von seiner Existenz bekommen. Das soll nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir ein Karma - egal welches – niemals ganz erfassen können. Es führt sozusagen eine eigenständige Existenz, welche unabhängig von uns Lebendigkeit besitzt.
Das Karma in seiner extrovertierten Form ist bekannt – ich brauche keine räumliche oder zeitliche Nähe zu postulieren, da dies Hilfsmittel sind, auf welche die Ich – Instanz zurückgreift, um ihre Idee einer Konsistenz durchzusetzen.
